Der ein oder andere Leser hat sich sicher schon gefragt: Was bringt mir mein Finanzberater? Deshalb ja auch der programmatische Titels dieses Blogs, “Selber” anlegen.
Selbst-Erfahrung. Immerhin fühlen sich ja laut einer Studie des Umfrage-Instituts YouGov ein Drittel der Bundesbürger als firm mit der Geldanlage und könnten somit eigene Entscheidungen treffen.
Der Umkehrschluss bedeutet aber, dass zwei Drittel der Deutschen nicht viel Ahnung von Geldanlage haben. Die armen Leute, müssen die denn weiterhin die Lebensunterhalte von Leuten wie Herrn Maschmeyer bestreiten, nur um den notwendigen Groschen für die Altersvorsorge dem Finanzmarkt anvertrauen zu dürfen?
Der Herr Maschmeyer hat es schon früher gemerkt, dass hier was schief läuft, und sein “Lebenswerk” an eine dumme Schweizer Versicherung verkauft.
Späte Gerechtigkeit. Der Kauf des Maschmeyer-Imperiums ist der Schweizer Versicherung jedoch gar nicht gut bekommen, der Name AWD wird gar ganz getilgt.
Denn dem Provisionsvertrieb geht es an den Kragen. In Großbritannien, dem Land mit den meisten Investment-Beratern in Europa, wurden Provisionen schon zum Jahresbeginn 2013 ersatzlos verboten. Sogar der deutsche Regulator, trotz Dauersperrfeuer der Vertriebs-Lobbyisten, muss nun bis 2014 eine Richtlinie umsetzen, die Provisionen beim Verkauf von Finanzprodukten weitgehend ausschließt.
Viele Anleger werden es anders wahrnehmen: Auf ein Mal kostet der Kauf von Finanzinstrumenten etwas. Das war ja vorher kaum zu sehen und wurde trotz geltender Transparenz-Vorschriften oft genug auch von großen Unternehmen wissentlich unterschlagen.
Honorarberatung. Dabei gibt es heute schon Alternativen, wie sich der Privatanleger zu fairen Tarifen Rat holen kann, wenn er nicht gerade selbst ETFs kauft. Ein jahrelanger Kämpfer ist der Verbund der Honorarberater, der sich über Jahre hinweg inzwischen veritabel entwickelt und interessante Produkte und Abwicklungsmechanismen etabliert hat. Das schließt auch Versicherungsprodukte ein, deren Vertriebslobby nochmals um ein Vielfaches stärker ist als die der Fonds-Industrie.
Netto-Beratung. Wie funktioniert das? Eigentlich ist es ganz einfach: Sie bezahlen nur einen vorher vereinbarten Satz an Beratungsleistungen, wie bei einem Unternehmensberater. Der Berater, erhält er Provisionen, leitet diese an Sie als Kunden weiter. In der Praxis kann das etwas kompliziert werden, ist aber konsequent. Der Berater hat dann auch keinen Anreiz, nur wegen der Provisionshöhe bestimmte Produkte zu bevorzugen. Und er ist daran interessiert, sich einen langfristigen Kundenstamm zu erarbeiten.
Kleines Scheibchen. Allerdings müssen Sie auch die Kröte schlucken, dass ein Honorarberater pro Jahr mindestens ein Prozent Ihres Vermögens als Honorar verlangt, manchmal auch eine variable Beteiligung am Erfolg.
Tatsächlich verdient der Honorarberater nach meinen Berechnungen aber nur rund ein Drittel des herkömmlichen netten Herrn vom Strukturvertrieb.
Aber wer bekommt die anderen zwei Drittel? Na, Sie, als Anleger. Und das letzte Drittel können Sie sich verdienen, wenn Sie Selber Anlegen.




